Außerschulische Lernorte für Förderschüler*innen erschließen – Konzeption und Evaluation einer praxisorientierten Lehrveranstaltung

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.11576/zdb-8115

Schlagworte:

Lehramtsstudierende, Inklusion, außerschulische Lernorte, PCK

Abstract

Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung fordert und der Umgang mit heterogenen Lerngruppen ein zentrales Ausbildungsziel in der Lehrer*innenbildung darstellt, fühlen sich viele Lehramtsstudierende unzureichend darauf vorbereitet, Förderschüler*innen – insbesondere im naturwissenschaftlichen Unterricht – angemessen zu fördern. Außerschulische Lernorte bieten vielfältige Potentiale für inklusives Lernen, bisher mangelt es jedoch häufig an
adressatengerechten Vermittlungskonzepten für Förderschüler*innen.

Um dieser doppelten Herausforderung zu begegnen, wurde an der Goethe-Universität Frankfurt ein Seminarformat entwickelt, in dem Lehramtsstudierende des Fachs Biologie gemeinsam mit multiprofessionellen Teams aus Förderschullehrkräften, Guides und Hochschuldozent*innen inklusive Führungen an biologischen Lernorten konzipieren und anschließend mit den Zielgruppen erproben.

Die Evaluation erfolgte partizipativ mittels Post-Fokusgruppeninterviews mit Förderschüler*innen und Postinterviews mit Studierenden, die als PCK Map approach aufbereitet werden. Zehn von zehn bisher erstellten PCK Maps (N = 17) zeigen, dass die Studierenden im Postinterview Inhalte ihrer adressatengerechten Führungen vernetzt äußern und damit auch vernetzt denken. Diese Vernetzung besteht mindestens zwischen den PCK-Facetten Knowledge of Assessment, Knowledge of Students‘ Understanding und Knowledge of Instructional Strategies and Representations und lässt auf einen pPCK-Zuwachs schließen. Förderschüler*innen berichten über Lernerfolge und eine positive Rezeption der Lernorte. Zusätzlich lässt sich daraus für die Lehramtsstudierenden ein ePCK-Zuwachs ableiten. Das Seminar zeigt exemplarisch, wie eine theoriegeleitete, praxisintegrierte und inklusive Hochschullehre gestaltet werden kann, die die Professionalisierung zukünftiger Lehrkräfte fördert und zugleich Teilhabe von heterogenen Lerngruppen an außerschulischer Bildung ermöglicht.

Autor/innen-Biografien

Cordula Sanzenbacher, Goethe Universität Frankfurt

Cordula Sanzenbacher ist Doktorandin und pädagogische Mitarbeiterin der Abteilung Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung eines universitärerer Lehr-Lern-Settings mit inklusiven Führungen an außerschlichen biologischen Lernorten. Derzeit leitet sie das Seminar ‚außerschulische Lernorte für Förderschüler_innen erschließen‘ und betreut die ‚Praxisphase Biologie‘ für Lehramtsstudierende des Haupt-, Real- und Förderschullehramtes.

Volker Wenzel, Goethe-Universität Frankfurt

Volker Wenzel ist Professor für Didaktik der Biowissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung und Evaluation innovativer Bildungsformate im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung. Dabei legt er besonderen Wert auf die Förderung von Interesse an Natur und Biodiversität, die Integration außerschulischer Lernorte sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien für den inklusiven MINT-Unterricht.

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Veröffentlicht

23.03.2026

Zitationsvorschlag

Sanzenbacher, C., & Wenzel, V. (2026). Außerschulische Lernorte für Förderschüler*innen erschließen – Konzeption und Evaluation einer praxisorientierten Lehrveranstaltung. Zeitschrift für Didaktik Der Biologie (ZDB) - Biologie Lehren Und Lernen, 31(2), 14–35. https://doi.org/10.11576/zdb-8115

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Rubrik

Erkenntnisweg - Originalarbeiten

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